Gold als Stabilitätsanker

Mit Spannung wurde am Freitag, den 27. August 2010 die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke erwartet. Wie würde die US-Notenbank (FED) auf die Gefahr eines erneuten Abtauchens der Wirtschaft in die Rezssion reagieren? Laut Ben Bernanke glaubt die FED nicht, dass es zu einem weiteren Konjunktureinbruch kommt, doch sei sie bereit auch „unkonventionelle“ Maßnahmen zu ergreifen…

Unweigerlich musste ich an einen Artikel von Alan Greenspan aus dem Jahr 1966 denken, also der Zeit bevor er Chef der FED wurde. Darin wird zunächst die Rolle von Geld als Tauschmittel, Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel aufgezeigt. Um der Funktion als Schmiermittel der Wirtschaft gerecht zu werden, sollte es sich um ein begrenztes, von allen akzeptiertes Gut, ja sogar ein Luxusgut wie bspw. Gold, handeln. Da das Goldvorkommen begrenzt ist und damit auch der Wirtschaftskraft enge Grenzen gesetzt würden, eignet sich Gold nicht als reines Tauschmittel. Vielmehr gilt es, ein Finanzsystem zu entwickel, welches zwar Banknoten vorsieht, diese aber in einem festen Verhältnis in Gold umtauschbar sind. Die Anpassung der Nachfrage nach Krediten bzw. das Angebot an Gold wird durch den Zinssatz gesteuert. Durch die begrenzten Goldreserven könnte einer unkontrollierten Geldvermehrung relativ rasch Einhalt geboten werden. Dieses System, der sog. Goldstandard, funktionierte recht gut, bis 1913 das Federal Reserve System (vgl. FED) ins Leben gerufen wurde. Zwar wurde damit der Goldstandard nicht abgeschafft, zusätzlich durfte aber ungedecktes Papiergeld (vgl. fiat money – es werde Geld) als legales Zahlungsmittel dienen. Die (erste) Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten…Um ein Zinsungleichgewicht zwischen Amerika und Großbritanien zu beseitigen, pumpte die FED Papiergeld in den Markt. Das Ziel, die Zinsen zu senken, wurde erreicht (vgl. heutige Situation historisch niedriger Zinsen), doch gleichzeitig löste das viele Geld einen regelrechten spekulativen Boom am Aktienmarkt aus. Vergeblich versuchte man in der Folge, die überschüssige Liquidität abzupumpen… 1929 zerplatzte die Blase und damit auch das Vertrauen. Als auch noch Großbritanien den Goldstandard verließ, versank die Weltwirtschaft in der „großen Depression“.

Greenspan argumentiert weiter, dass auch der heutige Wohlfahrtsstaat einer ähnlichen Logik folgt. Wohlfahrtsstaaten sind durch chronische Haushaltsdefizite gekennzeichnet. Da die zahlreichen Ausgaben des Staates nicht allein durch Steuereinnahmen finanziert werden können, werden Staatsanleihen begeben. Erst durch die Abschaffung des Goldstandards ist es den Staaten möglich geworden, unbegrenzt Anleihen und damit Papiergeldvermögen in Umlauf zu bringen. Den Gläubigern von Anleihen oder Bankguthaben wird suggeriert, einen Anspruch auf reale Werte zu haben. Tatsächlich aber gibt es mehr Ansprüche auf Realwerte (also Papiergeld) als Realwerte vorhanden sind. Da das Angebot an Papiergeld das Angebot an Realwerten übersteigt, müssen die Preise unweigerlich steigen, es entsteht Inflation. Staatsschulden sind in Wirklichkeit ein versteckter Enteignungsmechanismus, welcher durch Gold verhindert werden könnte. Denn dann wäre die zügellose Schöpfung von Geld begrenzt und das Eigentum geschützt. Warum gerade Wohlfahrtsstaaten gegen den Goldstandard sind, dürfte damit auf der Hand liegen.

Leider steht zu befürchten, dass die von Ben Bernanke angekündigten „unkonventionellen“ Maßnahmen im Ergebnis einen weiteren Schritt hin zur schleichenden Entwertung unseres Eigentums bedeuten. Unlängst wird auch über die Anhebung der von Notenbanken „geduldeten“ Inflationsrate diskutiert. Stabilität und Vertrauensbildung sehen anders aus…

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