Inflation durch Deflation

Eine solide wirtschaftliche Erholung (recovering) ist gekennzeichnet durch ein gesundes und stabiles Finanz- und Bankensystem, steigende Beschäftigung sowie zunehmendes Vertrauen und Investitionsbereitschaft der Bevölkerung und Unternehmen. Weltwirtschaftlich betrachtet sind diese Faktoren aktuell (Stand 01.07.2011) nur in Grenzen erfüllt. Das Einschreiten der Amerikanischen Notenbank FED durch eine massive Ausweitung der Geldmenge (Quantitative Easing I+II = Aufkauf von Anleihen = Gelddrucken) Anfang 2009 und Ende 2010 hat für eine gewisse Erholung auf Pump gesorgt (cover up). Vergleichbar ist dies mit einem Drogensüchtigen, der den nächsten Schub erhalten hat. Das Ergebnis: Das System ist noch abhängiger von der Droge Geld geworden. Diese Droge hat den Wirtschaftskreislauf kurzfristig in Wallung gebracht, zu steigenden Aktien-/Edelmetall-/Rohstoff- und Anleihenotierungen geführt und für gewisse Ansteckungen in der Realwirtschaft in Form stark steigender Nahrungsmittel- und Energiepreise gesorgt. Die FED merkt, dass die Droge nur kurzfristig geholfen hat und schickt den Süchtigen auf Entziehungskur indem vorerst kein neues Quantitative Easing lanciert wird.

Da der Süchtige immer noch auf wackeligen Beinen steht, droht ein Rückfall (Double Dip = erneutes Abgleiten in die Rezession). Dieser Rückfall dürfte Vermögenspreise nach unten drücken und für Preisverfall (Deflation) sorgen. Diese Entzugserscheinungen dürften extrem schmerzhaft sein, zu Bank- und Unternehmensinsolvenzen sowie Massenarbeitslosigkeit führen.

Just in diesem Moment, am Höhepunkt des Leidensdrucks (und damit politisch durchsetzbar), wird die FED auf den Plan treten und den nächsten Schuss setzen. Dieser Schuss muss zu diesem Zeitpunkt bereits unvorstellbar groß sein. Eine sinkende Menge an Geld (verursacht durch Deflation) stößt auf eine dramatische Geldmengenausweitung. Heiß und kalt könnte schließlich zur Überdosis bzw. massiver Inflation, ja sogar Hyperinflation führen. In der Folge würden sämtliche Schulden und Geldvermögen entwertet, der Puls des Patienten läge bei Null. Was in dieser Stunde hoffen lässt ist, dass jeder „Tod“ neues, gesundes Leben erschafft.

Eine gute Erklärung für die Funktionsweise und die Folgen des Quantitative Easing findet sich im folgenden Trickfilm (auf Englisch). Es zeigt sich, dass es sich dabei um eines der größten Experimente der neueren Geschichte handelt. Ausgang ungewiss… auch wenn den meisten Experten schon lange klar ist, dass eine höhere Geldmenge langfristig immer zu Inflation führen muss.

Um ein Gefühl zu bekommen, wie Geld entsteht und dieses manipuliert werden kann, lässt sich eindrucksvoll und gut nachvollziehbar im folgenden dreiteiligen Trickfilm (auf Deutsch) ersehen. Und das Beste: Der Film ist kurzweilig und lädt zum Schmunzeln ein.

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

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