Negative Zinsen – Vertrauenskrise als Vorbote für…?

Rekordhohe  Zinslasten für Italien, Spanien, Portugal und Co., zunehmende Ausweitung der Zinsunterschiede in der Eurozone, Debatten über gemeinsam begebene Anleihen (Euro-Bonds)… eine unendliche Geschichte?

Doch es geht auch anders: Schulden als Belohnung! Dieses „Wunder“ konnte jüngst in Dänemark und vor zwei Tagen erstmals in Deutschland bestaunt werden. Bei einer Auktion zugegebenermaßen kurz laufender Anleihen schenkten Anleger Dänemark 0,21% und Deutschland 0,01%. Dieser negative Zins entsteht bspw. dann, wenn eine Anleihe mit Nennwert 100 zum Kurs von 102% verkauft wird, der Zinskupon gleichzeitig bei 1,5% liegt. Am Ende der Laufzeit werden zwar die Zinsen ausbezahlt, die Rückzahlung der Anlage erfolgt allerdings zu 100%, so dass ein Verlust von 0,5% resultiert.

Scheinen die Anleger den Verstand verloren zu haben? Weit gefehlt! Denn bei diesen Anlegern handelt es sich um sog. institutionelle Investoren, also Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, großen Unternehmen,  Vermögensverwalter etc., Investoren also, die man mit Fug und Recht als Profis bezeichnen könnte. Ihr Problem: Sie schwimmen geradezu im Geld, ob von Privatkunden eingesammelt oder von Notenbanken (billig) bereitgestellt. Allerdings schwimmen sie nicht gerade auf einer Welle des Vertrauens. Banken misstrauen Banken und sehen die einzig sichere Bank in vermeintlich sicheren bzw. wirtschaftlich stärkeren Staaten wie der Bundesrepublik Deutschland. Für diese Sicherheit wird eine Art Pfand bezahlt.

Wissen diese institutionellen Investoren mehr? Zumindest scheinen sie im Gegensatz zu den meisten Sparern, die ihr Geld brav zur Bank tragen, verstanden zu haben, dass Versprechen und die damit einhergehenden Risiken nicht immer eine Frage des Vertrauens sind.

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