Wie sicher ist mein Geld bei der Bank?

Diese Frage dürften sich die meisten Deutschen in den letzten Monaten und Jahren gestellt haben. Wissen Sie die Antwort? Ich leider auch nicht!

Vielleicht wissen es die Griechen, die mittlerweile Milliarden Euro von ihren Banken abgehoben oder ihr Geld ins Ausland überwiesen haben, besser?! Oder die Italiener, die ihren Banken ebenfalls zunehmend den Rücken kehren und bspw. Berlinimmobilien den Maklern wie warme Sonntagssemmeln aus den Händen reißen?

Fest steht, dass Bankeinlagen ob in Form von Tages- oder Festgeld oder sonstigen Spareinlagen eine echte, strategische Anlageentscheidung darstellen. Denn Sie entscheiden, der Bank Geld zu leihen und erwerben Ihrem Geldinstitut gegenüber eine Forderung. Grund genug die Sicherheit von Banken sowie deren Sicherungssystemen kritisch zu hinterfragen.

Ihre Bank selbst: Die Sicherheit einer Bank hängt unter anderem von ihrer Ausstattung mit haftendem Eigenkapital ab. Zwar schwimmen viele Banken in Liquidität, dennoch fehlt es an Eigenkapital. Die Stärkung des Eigenkapitals ist eines der erklärten Ziele des Gesetzgebers. Man erhofft sich ein stabileres Bankensystem, welches auch in stürmischen Zeiten wie heute bestehen kann. Der jüngste Aktiensturz der italienischen Unicredit, die um die Stärkung ihres Eigenkapitals bemüht ist, zeigt ganz deutlich, dass viele Geldhäuser ihre Regenjacken zwar anhaben, dieser aber nicht wasserdicht zu sein scheinen. Wie gut es um den Regenschutz Ihrer Bank bestellt ist, dürfte sicherlich auch davon abhängig sein, ob diese Eigenhandel betreibt bzw. betrieben hat und und wie stark diese beim Drehen des „großen Rades“ bspw. in Form amerikanischer Hypothekenkredite mitgemischt hat. Oder gehört Ihre Bank zu den langweiligen, konservativen Häusern, die sich zwar nicht dem magischen Ziel einer 25%-igen Eigenkapitalrendite verschrieben haben, sondern schlicht und ergreifend Geld einsammeln und dieses an Unternehmen und Häuslebauer in Form von Krediten ausleihen?

Gesetzliche Einlagensicherung: Die gesetzliche Einlagensicherung garantiert, dass Einlagen wie Tagesgeld pro Institut bis zu einem Betrag von 100.000 Euro (bei Gemeinschaftskonten 200.000 Euro) geschützt sind. Durchgeführt wird die gesetzliche Einlagensicherung durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, nämlich der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB). Haben Sie es gewusst? Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbanken in Form von jährlichen Beiträgen. Sollten diesen nicht ausreichend sein, können Sonderbeiträge erhoben werden. Ab dem 31.12.2010 beträgt die gesetzliche Einlagensicherung 100.000 Euro, eine Verdopplung der ab 30.06.2009 geltenden Grenze von 50.000 Euro. Wissen Sie noch, wie hoch diese vor dem 30.06.2009 war? Die Grenze lag 5-Mal tiefer als heute, nämlich 20.000 Euro. Man könnte meinen, dies habe schon damals seinen Grund gehabt… Wie nachhaltig ist demnach, dass sich die gesetzliche Einlagensicherung gerade in Zeiten schwächelnder Banken und klammer Staatskassen verfünffacht hat?

Einlagensicherungsfonds: Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) wird von mehr als 170 Banken getragen. Der Schutz beginnt dort, wo die gesetzliche Einlagensicherung aufhört. Pro Anleger werden in der Regel 30% des haftenden Eigenkapitals der Bank, mindestens 1,5 Millionen Euro besichert. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf die Leistung.

Besonderheiten: Eine Sonderstellung nehmen Volksbanken und Sparkassen ein, die jeweils eigene Sicherungssysteme etabliert haben. Wegen dieser eigenen Systeme sind diese nicht Mitglied der gesetzlichen Einlagensicherung. Durch Bildung eines Sicherheitsnetzes, in dem jeder für jeden einsteht, sollen etwaige Lasten verteilt und damit 100% der Kundeneinlage gesichert werden. Diese Systeme sprechen bislang für sich, denn laut Aussage der jeweiligen Institute ging noch nie ein Mitglied des jeweiligen Verbunds insolvent. Würde man ein Haar in der Suppe finden wollen, so könnte man vorbringen, dass sich im Sparkassenverbund auch Landesbanken befinden, die sich bekannterweise auch beim Drehen des großen Rades beteiligt haben. Auch die Volksbanken haben mit der DZ Bank ein Institut, welches durchaus Eigenhandel betreibt.

Vielleicht sind Sie und auch ich nun etwas schlauer. Doch eines gilt heute mehr denn je: Nichts ist so sicher wie es auf den ersten Blick scheint! Es bleibt zu hoffen, dass wir nicht im Regen stehenbleiben und ähnlich wie die Griechen und Italiener zu den Bankschaltern und Geldautomaten rennen. Denn immerhin, beim Sparen sind wir weltmeisterlich!

 

Dieser Beitrag wurde unter Anlagestrategie & Anlageideen, Daily Blog abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Wie sicher ist mein Geld bei der Bank?

  1. Sinja Kiffel sagt:

    Wenn es bei einer deutschen Bank ist, dann sehe ich hier eigentlich keine Probleme. Die Probleme gab es eigentlich nur bei Banken wie dieser isländischen Bank, die einmal Pleite gegangen ist. Wenn man zu jeder Bank die richtige Einlagensicherung finden will, dann wäre man bei http://www.tagesgeld-vergleich.net/ richtig.

  2. Annegret Winkel sagt:

    Natürlich nützt das System nur so lange wie die Deutschen auch Vertrauen in das Geldsystem haben. Ist das erstmal weg, dann bringt auch die ganze Einlagensicherung nichts mehr. Auf http://www.bankenverband.de kann man über darüber lesen. Auch auf http://www.bundesfinanzministerium.de gibt es eine ausführliche Erklärung zur deutschen Einlagensicherung. Auf http://www.tagesgeld-lotse.de kann man etwas über die Gefahren lesen.

Kommentare sind geschlossen.