Die verlorene Generation

Wer möchte nicht wieder jung sein?! Doch stellen Sie sich vor, Ihr Traum könnte Wirklichkeit werden… ich fürchte, ein Alptraum könnte daraus erwachsen.

Sie wachen auf, sind zwischen 15 und 24 Jahre alt, sind Spanier, haben gute Sprach-kenntnisse und beherrschen die modernen Kommunikations- und Informationsmedien aus dem Effeff. Kommen auch noch Kraft und Elan hinzu, sollten Ihnen eigentlich alle Türen offenstehen?! Doch mit rund 50%-iger Wahrscheinlichkeit bleiben Ihnen diese Türen verschlossen, denn in Spanien ist nahezu jeder Zweite Ihrer Altersgruppe arbeitslos! Ähnlich ergeht es Ihnen als Grieche und mit 30%-iger Wahrscheinlichkeit auch als Portugiese, Ire und Italiener. Selbst als Franzose könnten Sie zu denjenigen 25% gehören, die ohne Job und damit Perspektive dastehen. Wie schön wäre es, wieder einzuschlafen, jung zu bleiben und in Deutschland aufzuwachen, denn immerhin ist hier „nur“ jeder Zehnte ähnlich tangiert…

Und wenn Sie sagen, bei diesen Aussichten brauche ich erst gar nicht aufzustehen… was sagen Sie erst zu den Staatsschulden, die Generationen zuvor Ihnen aufgebürdet haben, zu den immer mehr und immer älter werdenden Rentnern, die auf die Erfüllung des Generationenvertrags hoffen.

Diese Zahlen und Fakten vor Augen ist es beinahe aberwitzig davon zu sprechen, dass Kinder unsere Zukunft sind. Denn wo bleibt die Zukunft der Kinder? Ohne Zukunft tickt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich eine Zeitbombe. Die Massenproteste junger Spanier und Gewalt in französischen Städten zeigen Frustration, aber auch den Willen, aus dem unbefriedigenden Status quo auszubrechen. Wo ein Wille, da auch ein Weg…

Doch diesen Weg können die jungen Menschen nicht alleine gehen. Sie brauchen Unterstützung. Gerade jetzt müsste Geld in die Hand genommen, angeschoben, Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Doch klamme Staatskassen, bürokratische Hürden wie starre Kündigungsschutzregelungen sowie unzureichend vermittelte oder fehlgeleitete Berufsqualifikationen behindern den langen Weg.

Es ist Zeit, dass die Versprechen der Politiker eingelöst werden, dass sich die Bevölkerung des Pulverfasses bewusst wird und gemeinsam mit der Jugend Lösungswege erarbeitet. Nur wenn jeder bereit ist, einen Teil zu geben, heute also zu verzichten und damit zu investieren, kann der Weg für künftige Erfolge geebnet werden. Nur so wird die eigentlich verloren geglaubte Generation wiedergefunden. Wer träumte dann nicht gern davon, wieder jung zu sein?!

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