Ein Blick in Nachbars Garten

Ständig wird gepredigt (auch in diesem Blog), auf die richtige Anlagestrategie und Streuung  komme es an. Dies bedeutet unter Umständen auch, von der Masse abzuweichen. Um zu verstehen was Masse bedeutet, lohnt der Blick in die Vermögensbilanz der Bundesbürger oder vereinfacht gesprochen in des Nachbars Garten.

Klassischer Weise stecken rund 50% des Gesamtvermögens in Immobilien. Alle Nachbarn zusammengenommen sind rund 5 Billionen Euro in eigengenutzten oder vermieteten Immobilien investiert. Rund 4,6 Billionen Euro, also ebenfalls ca. 50%, setzen sich aus Bankeinlagen, Versicherungsguthaben sowie Wertpapieren wie Aktien und Anleihen zusammen. Ein Teil dieser Vermögenswerte, nämlich rund 1,5 Billionen Euro, wird über Schulden bzw. Darlehen finanziert.

Die Verschuldung in Höhe von ca. 15% des Gesamtvermögens gehört zu den niedrigsten in Europa. Daran zeigt sich die defensive bzw. konservative Haltung. Diese wird dadurch untermauert, dass rund 30% des Vermögens bei Banken und Versicherungen schlummern.  Gerade in 2011, einem Jahr mit starken Kursschwankungen an den Börsen, konnten sich Banken und Versicherungen über Zuflüsse freuen. Auf der Suche nach Sicherheit wurden nicht nur Anleihen und Aktien abgestoßen, es wurde auch eine nach Inflation und Steuern negative Realverzinsung in Kauf genommen.

Nach Immobilien, die bei Eigennutzung eher vor dem Hintergrund der Lebensqualität beurteilt werden müssen, besteht also Nachbars Garten zu rund 30% aus Bank- und Versicherungsguthaben. Denn sicher ist sicher wird der Nachbar wohl sagen. Leichter ist es allemal, der Masse zu folgen… doch hat nicht gerade die Masse zu den großen Verlierern in Zeiten des Umbruchs gehört? Doch dieses Mal wird alles anders, oder?

Quelle Zahlenmaterial (Annäherung): Deutsche Bundesbank

 

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