Marc Faber – Dr. Doom erklärt die (Finanz-)Welt – besser als kaum ein anderer

Marc Faber, ein Schweizer, wird gern als Dr. Doom (doom = drohendes Unheil) bezeichnet. Warum? Weil er einer der bekanntesten Krisenpropheten ist. Denn schließlich ist er Autor des weltbekannten „Gloom Boom & Doom Report“ . Doch ist er wirklich der Pessimist? Nein, denn Pessimismus hat nichts mit Realismus zu tun. Ich würde sogar vermuten, er sei eher Optimist, aber eben kein unrealistischer. Und eins ist er zudem: Ein ausgewiesener Experte in Sachen Finanzen und Geldanlage!

Dass dies so ist, kann man sich im folgenden Videobeitrag vom Oktober 2010 sehr schön ansehen und sich dessen vergewissern. Eines der wenigen Videobeiträge von Marc Faber, die auf Deutsch gehalten wurden. Ein Beitrag, dessen Länge von rund einer Stunde durchaus Sitzfleisch erfordert, allerdings zu keinem Zeitpunkt Langeweile entstehen lässt. Denn der Vortrag ist mit viel Witz und Ironie gespickt.

Eine der Thesen lautet: Die Zinsen der Notenbanken, insbesondere der Amerikanischen Notenbank (FED), werden nicht mehr erhöht oder zumindest nicht mehr dermaßen erhöht, dass sie einen realen (also nach Inflation) Vermögenserhalt ermöglichen. Real werden wir also garantiert Vermögensverlust erleiden, vorausgesetzt wir legen unser Geld in Staatsanleihen (gerade USA) an oder behalten dieses auf dem Bankkonto.

Damit hängt auch die zweite These zusammen: Selbst bzw. gerade wenn es zum totalen Crash kommt, werden Staatsanleihen und Geld (Bargeld, Bankguthaben) wertlos. Denn Staaten und vorher Banken werden ebenso pleite gehen wie so manches Unternehmen. Glaubt man also an die schlimmsten Deflation, sind die oben beschriebenen Geldwerte nicht sicher.

Dritte These: Aktien und Rohstoffe (hier insbesondere Edelmetalle wie Gold und Silber) werden besser abschneiden als jede andere Vermögensklasse, denn hier kann eine gewisse Adjustierung (Anpassung) an die Inflation erfolgen. Historisch betrachtet (er nennt hier auch Deutschland nach der Hyperinflation) konnte man hier einen Teil seines Vermögens bewahren. Die Tiefstkurse des amerikanischen Aktienmarktes S&P 500 (500 größte amerikanischen Unternehmen) von Anfang 2009 haben wir zumindest nominal (also vor Inflation) schon gesehen. Anmerkung des Verfassers: Real tiefere Preise bzw. Kurse könnten bspw. in einem Szenario der Stagflation entstehen.

Vierte These (leider die Doom These): Gerade Asien wird zur stärksten Wirtschaftsregion in der Welt aufsteigen. Es wird ein Kampf um Rohstoffe (Öl, Wasser etc.) entbrennen (ohnehin bereits der Fall). Es wird Spannungen geben zwischen den USA und Asien, da die USA ungern auf ihre Vorreiterrolle verzichten wollen. Diese Spannungen könnten zu Krieg führen. Dieser Krieg würde eine Art Reboot darstellen, alles auf Null.

Natürlich gibt es viele weitere Fakten, Thesen und Anlegerhilfen… Marc Faber ist viel mehr als nur Dr. Doom.

Dieser Beitrag wurde unter Anlagestrategie & Anlageideen, Daily Blog, Gold, Silber, Edelmetalle, Inflation, Deflation, Stagflation, Ruhestand und Vorsorge, Staatsschulden, Währungsreform abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.