Euro – Quo vadis? – Szenario I: Befreiungsschlag

Trotz aller Beteuerung der EZB, es nicht zu tun, tut sie es. Sie kauft unlimitiert Anleihen strauchelnder bzw. beinahe zahlungsunfähiger Staaten. Sie schafft Geld aus dem Nichts und stellt dieses den jeweiligen Staaten zur Verfügung. Diese können damit ihre Gläubiger befriedigen. Kurzfristig würde sich damit ein super Ergebnis einstellen und alle wären glücklich. Die Gläubiger erhalten ihr Geld, die Staaten können ihre Lasten in die Zukunft verschieben. Die Börsen getrieben vom Geldsegen steigen, die Stimmung in der Wirtschaft hellt sich auf. Der EZB wäre (vorerst) der Befreiungsschlag gelungen!

Diese Wirkungskette lässt sich seit Ende 2011 gut beobachten, als die EZB kurz vor Weihnachten und zuletzt Ende Februar 2012 insgesamt rund 1 Billion Euro (1.000.000.000.000) in Form eines drei Jahre laufenden Kredites zu einem Prozent Zins an Banken vergeben hat. Diese konnten nun stellvertretend Anleihen ihrer jeweiligen Staaten kaufen. Da die Rückzahlung erst in 3 Jahren ansteht, jubeln die Börsen, die Stimmung hellt sich auf.  Zurecht?

Wer sollte nun von den dringend benötigten Strukturreformen sprechen und die schmerzlichen Einschnitte umsetzen? Wer sollte dann an die langfristige Stabilität des Euro und der Eurozone glauben? Die Kaufkraft des Euro würde sich in der Folge weiter abschwächen, die Inflation würde zunehmen. Wird das Zinsniveau weiterhin tief gehalten und weiterhin Geld gedruckt, könnte das Vertrauen dermaßen schwinden, dass eine Inflationsspirale in Gang kommt und eine Hyperinflation droht. Dieser Befreiungsschlag würde demnach nicht nur die Staaten ihrer Schulden entledigen, sondern auch die meisten Europäer ihres Vermögens.

Dieser Beitrag wurde unter Daily Blog, Inflation, Deflation, Stagflation, Staatsschulden, Währungsreform abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.