Euro – Quo vadis? – Szenario IV: Unvorbereitetes Auseinanderbrechen der Eurozone

Hypothese: Die Eurozone scheitert… und dies aus dreierlei Gründen. Die Regierungen können sich nicht auf eine durchsetzbare Wirtschafts- und Fiskalunion einigen, es kommt nicht zu weiteren Rettungsschirmen und auch nicht zu Eurobonds. Auch die Bevölkerung rebelliert. Die Nettozahler wollen nicht weiter zur Kasse gebeten werden, die Bevölkerung in der Peripherie rebelliert gegen die Sparmaßnahmen. Auch die EZB erklärt ihre Politik des billigen Geldes und Anleiheaufkaufs für beendet. In der Folge werden Staatsanleihen nicht oder nicht ordnungsgemäß bedient, mehrere Staaten erklären ihren Bankrott und/oder ihren Austritt.

Alle Überlegungen hinsichtlich der Folgen wären eher hypothetischer Natur, denn die bisherigen Erfahrungen mit Währungsaufwertung, Währungsabwertung oder Implementierung einer neuen Währung betrafen immer nur eine einzelne Währung, nie aber einen Währungsgemeinschaft vieler souveräner Staaten. So wie die Einführung des Euros gerade aus heutiger Sicht eine Art Experiment darstellte, so würde ein Auseinanderbrechen ebenfalls ein Experiment darstellen. Die Versuchskaninchen sind allerdings diesmal wir. Abzusehen ist, dass die Schuldnerländer via Inflation oder Hyperinflation heimgesucht werden, die Gläubigerländer bzw. deren Bevölkerung auf ihren Forderungen zuerst sitzen bleiben und je nach Reaktion der jeweiligen nationalen Notenbanken entweder in eine Rezession verbunden mit Deflation oder ebenfalls Inflation oder gar Stagflation schlittern. Die Bank UBS schätzt, dass der Zerfall der Eurozone zu einem Zusammenbruch des Bankensystems und des internationalen Handels führen würde. Dies würde zu einer Pleitewelle bei Unternehmen führen, da keine Kredite mehr zu bekommen wären. Die EU-Kommission sagt für dieses Szenario eine Halbierung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im ersten Jahr voraus.

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