Euro – Quo vadis? – Maßnahmenplan: Anlageideen

Wie so häufig wissen wir auch im Falle der Eurozone, dass wir nichts wissen. Dennoch macht es gerade heute Sinn, lieber eine Stunde über sein Vermögen nachzudenken, als einen Monat oder gar Jahre dafür zu arbeiten. Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten in der Eurozone sollten drei Stoßrichtungen verfolgt werden.

Zum Schutz vor Inflation, Stagflation oder Hyperinflation sind Sachwerte (z.B. Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien) besser geeignet als Geldwerte (z.B. Tagesgeld, Festgeld, Unternehmensanleihen, Staatsanleihen, kapitalbildende Versicherungen). Im Aktienbereich sollte auf substanz- und dividendenstarke Unternehmen mit internationaler Geschäftsausrichtung und auch in Krisenzeiten nachvollziehbarem Geschäftsmodell fokussiert werden. Banken- und Versicherungswerte sind eher zu meiden. Rohstoffe sind selbst wiederum maßgeblich an steigender Inflation beteiligt und stellen damit eine Art Absicherung (vgl. Hedge) dar. Bevorzugt werden sollten breite Rohstoffkörbe, die nicht nur einen Rohstoff, sondern eine Mischung von bis zu 36 Rohstoffen beinhalten. So gehören Rohstoffe wie Öl und Gas genauso dazu wie Weizen, Mais, Reis oder Kupfer und Aluminium. Zur Absicherung im „worst case“ dienen Gold und Silber, die als Ersatzwährung fungieren können. Diese Edelmetalle sind damit weniger vor dem Hintergrund eines Investments zu sehen, als vielmehr im Hinblick auf deren Versicherungsfunktion. Immobilien tragen ebenfalls zur Streuung der Sachwerte bei. Jeder muss selbst entscheiden, ob die Flexibilität (vgl. offene Immobilienfonds, Immobilienaktien, Investitionen mit kleineren Beträgen möglich) oder der direkte Wohn-nutzen (eigene Immobilie mit hoher Kapitalbindung) im Vordergrund stehen.

Da wir nicht wissen, ob doch die Deflation uns ereilt, bleiben Geldwerte zu rund 30% des Gesamtvermögens (Faustformel, Abweichungen sind in der jeweiligen Situation geboten) gesetzt. Allerdings gilt es auch hier, auf Diversifikation zu setzen. Der Fokus sollte auf Anleihen von Unternehmen liegen. Ähnlich wie im Aktienbereich sollte der Schwerpunkt auf bonitätsstarken Unternehmen mit stabilem Cashflow und tragfähigem Geschäftsmodell liegen. Auch Staatsanleihen kommen in Frage. Allerdings sollten diese Staaten nach Möglichkeit über politische Stabilität, geringe Staatsverschuldung, Rohstoffreichtum sowie eine eher jüngere Bevölkerung verfügen. Sind diese auch noch eher Produzenten denn Konsumenten, bestechen also im Vergleich zu anderen Ländern über einen starken Industrie- denn Dienstleistungszweig, so stehen die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung und damit ordnungsgemäße Bedienung der Staatsschulden gut. Schaut man sich diese Prämissen an, so wird man sicherlich bei den sog. Schwellenländern oder ausgewählten Industrienationen, also verstärkt im Fremdwährungsbereich, fündig. Tages- und Festgelder, ausgewählte Anleihen von starken Eurostaaten sollten ebenfalls nicht fehlen. Denn der Euro bleibt solange Referenzwährung, Denken und Leben in Euro, solange es ihn gibt bzw. solange dieser als Tauschmittel anerkannt wird. Egal was kommen mag, Reserven in Euro für Anschaffungen, Gesundheitsausgaben und Ähnliches sollten immer ausreichend vorhanden sein.

Last but not least sollte auch auf Flexibilität geachtet werden. Weil wir wissen, dass wir nichts wissen, ist Flexibilität Trumpf. Jederzeit veräußerbare, liquide Vermögenswerte erlauben es, auf veränderte Rahmenbedingungen schnell zu reagieren.

Dieser Beitrag wurde unter Anlagestrategie & Anlageideen, Daily Blog, Inflation, Deflation, Stagflation, Ruhestand und Vorsorge, Staatsschulden, Währungsreform abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Euro – Quo vadis? – Maßnahmenplan: Anlageideen

  1. Pingback: Euro – Quo vadis? | Sparschwein Berater

Kommentare sind geschlossen.