Angriff auf unabhängige Ratingagenturen?

Dass der eigene Steuerberater nicht vom Finanzamt sondern von einem selbst bezahl werden sollte, dürfte außer Frage stehen. Dass die großen Ratingagenturen wie Standard & Poor`s, Moody`s und Fitch immer noch vom denjenigen bezahlt werden, dessen Kreditwürdigkeit sie eigentlich prüfen, scheint weiterhin kaum zu stören.

Mehr noch. Gerade unabhängig agierende, weil vom Investor bzw. Kreditgeber bezahlte, Ratingagenturen könnten ins Visier der Aufsicht fallen. So geschehen im Falle der eher kleinen amerikanischen Ratingagentur Egan-Jones. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC wirft der Agentur unter anderem vor, beim Zulassungsprozess zur Ratingagentur die eigene Ratingkompetenz besser dargestellt zu haben, als es den Tatsachen entsprochen hätte. Ist es nicht Aufgabe der Aufsicht, vor der Zulassung genau solche Angaben kritisch zu überprüfen? Warum werden die Vorwürfe gerade jetzt erhoben? Fest steht, dass Egan-Jones den USA das Spitzenrating bereits versagte, noch bevor Standard & Poor`s im August 2011 mit diesem Schritt vorpreschte. Auch die frühzeitige Herabstufung der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie der skandalträchtigen Firmen Enron und Worldcom sprechen eher für die Kompetenz denn Inkompetenz dieser Ratingagentur.

Gelingt es Egan-Jones nicht, die Vorwürfe zu entkräften, so droht das Verbot, offiziell anerkannte Ratings zu vergeben. Dies käme wahrscheinlich einer Insolvenz gleich. Ob ausgerechnet Deutschland dieser Agentur hinterher trauern dürfte ist fraglich, hat sie doch  die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik im Januar 2012 bereits zum vierten Mail herabgestuft, von einst der Bestnote AAA auf nunmehr viertbeste AA-. Grund: Befürchtung eines Kostenanstiegs im Zusammenhang mit der Euro-Rettung!

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