Europäische Bankenunion – Deutsche Sparer aufgepasst!

Laut dem Gouverneur der litauischen Zentralbank, Vitas Vasiliauskas, sei die europäische Bankenunion „eine Super-Priorität der EU“. Nur die Bundestags-Wahlen verzögerten aktuell noch den Prozess.

Nach meinem Verständnis bedeutet Bankenunion, dass bspw. die deutschen Volksbanken für Banken in Italien, Spanien und co. mithaften. Solide, gut wirtschaftende Banken müssen also nicht nur für Fehler der einheimischen Banken haften bzw. Rettungskapital bereitstellen, sondern auch für das Missmanagement von allen anderen Banken der EU. Wichtig dabei: Eine Bank ist nicht etwa nur eine juristische Person, die die Rettungsgelder von „irgendwo“ einfach hernimmt, nein, es sind die Sparer, die hier mit im Boot sitzen. Passend dazu werden gerade Pläne ausgearbeitet, wie Bankinsolvenzen in der EU künftig zu behandeln sind. Richtig gehört, nicht verhindert, sondern behandelt… Demnach müssen Sparer vorschlagsgemäß im Fall der Fälle bis zur Auszahlung ihrer Guthaben 20 Tage warten, dafür bekommen sie täglich 100 bis maximal 200 Euro aus dem Geldautomaten. Dies betrifft alle Bankkunden, auch die, die weniger als 100.000 Euro auf dem Konto haben. Dies ist unter folgendem Link nachzulesen: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/07/neue-eu-regel-sparer-muessen-um-guthaben-unter-100-000-euro-bangen/

Dumm nur, dass gerade die Deutschen eine Vorliebe für Sparbuch und co. hegen. Von den rund 10 Billionen Euro Gesamtvermögen steckt rund die Hälfte in Immobilien, die andere Hälfte im sog. Geldvermögen. Bei rund 40% des Geldvermögens, bzw. rund 2 Billionen Euro, handelt es sich um Bargeld und Bankeinlagen. Damit drohen deutschen Sparern im Falle von Bankpleiten, Schalterschließung und Geldautomatensperre Liquiditätsprobleme, den von Immobilien lässt sich eben nicht abbeißen.

Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht, denn ein konservativer Anleger lässt sich nicht von heute auf morgen „umpolen“. Jedoch kann dieser sein Geld zumindest über mehrere Banken, hoffentlich mit stabilem Geschäftsmodell, streuen und für den Fall der Fälle etwas mehr Bargeld als sonst vorhalten.

 

Dieser Beitrag wurde unter Daily Blog abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.