Geldanlage 2013 – ein Wechselbad der Gefühle

Das Jahr 2013 war in jeglicher Hinsicht ein sehr bewegtes Anlegerjahr. Den meisten Anlegern dürfte 2013 der DAX und der amerikanische Index S&P 500 mit einem Plus von ca. 25% bzw. 24% (in EUR) vor Augen sein. Fernab des öffentlichen Interesses wurde in Asien, Lateinamerika sowie anderen aufstrebenden Regionen ein anderes Bild gezeichnet. Viele dieser Aktienmärkte schlossen das Jahr mit einem Minus ab. Verwunderlich, lassen doch gerade deutsche und amerikanische Firmen dort produzieren. Wer also weltweit diversifiziert hat und bspw. nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Schwellenländern anlegte, musste bei seinen Aktieninvestments Abstriche hinnehmen. Dies gilt auch für defensive, dividendenstarke Investments, die nicht mit den konjunktur-sensitiven Indizes wie dem DAX mithalten konnten.

Wer auf Sicherheit setzte wurde auch an anderer Front enttäuscht. Gold und Silber hatten das schwächste Jahr seit Lehman 2008 zu verzeichnen. So verlor Gold rund 30%. Hat also die Absicherung nicht funktioniert? Doch, sich hat! Denn nachlassende Sorgen um den Euro sowie verbesserte Konjunkturaussichten trieben Aktien, während das Gold darunter zu leiden hatte. Der Verlust beim Gold hätte also durch Aktien mehr als kompensiert werden können. Bereits in 2014 könnte sich dies umdrehen. Fallen die Aktien, könnte Gold seinen Status als sicherer Hafen zurückgewinnen. Der Absicherungsmechanismus wäre demnach weiterhin intakt.

Ähnlich wie bei Schwellenländeraktien ist vielen Anlegern die Entwicklung bei Anleihen verborgen geblieben. Im Zuge der Ankündigung der US-Notenbank FED, weniger Anleihen aufkaufen zu wollen bzw. weniger Geld zu drucken, haben viele Anleihemärkte schwächer tendiert. Auch hier waren Anleihen aus Schwellenländern in Lokalwährung gemessen besonders stark mit einem Minus von ca. 15% betroffen. Kursverluste bei Anleihen führen zu steigenden Renditen. Während Anfang Mai 2013 mit 10-jährigen US-Staatsanleihen noch 1,6% jährlich zu verdienen war, sind es per Ende 2013 bereits rund 2,8%. Dies eröffnet gute Kaufgelegenheiten, gerade im Vergleich zum nach wie vor sehr niedrig verzinsten Tages-/Festgeldkonto bzw. Sparbuch. So weisen viele Anleihen gerade aus Schwellenländern, nicht zuletzt aufgrund zuvor gefallener Kurse, erwartete Renditen von 5% und mehr auf. Aufgrund ihrer Flexibilität und ihrem vergleichsweise geringem Gleichlauf zu Aktien sollten Anleihen auch künftig Bestandteil des Portfolios sein und zu dessen Stabilität beitragen.

Der Euro ist einer der größten Überraschungen des Jahres gewesen. Sehr gut abzulesen war dies an der Entwicklung zur Norwegischen Krone. Obwohl Norwegens Bonität mit der Bestnote AAA (vgl. lediglich rund 30% Verschuldungsquote) bewertet wird, das Land reich an Öl- und Gasvorkommen ist und im Gegensatz zur Eurozone über eine eigenständige Notenbank sowie einen milliardenschweren Staatsfonds verfügt, verlor die Norwegische Krone zum Euro rund 14%. Ähnlich erging es auch anderen, ähnlich gelagerten Währungen. Auch Fremdwährungsfans wurden also in 2013 enttäuscht. Doch wer denkt, dass Fremdwährungen als Absicherung nicht mehr taugen, der irrt. Ist nämlich der Euro stärker, leiden die Investments in Fremdwährungen. Aber: Der stärkere Euro erhöht die Kaufkraft im täglichen Leben. So kann bspw. Öl billiger importiert werden, dies macht sich an der Zapfsäule bzw. im Geldbeutel bemerkbar. Ein schwächerer Euro dagegen verteuert das Tanken. Wohl dem, der auf Fremdwährungen im Depot gesetzt hat. Fremdwährungen sollten gesetzt bleiben. Die wahre Bewährungsprobe für den Euro liegt noch vor uns…Nicht zuletzt die „Lösung“ in Zypern, immerhin ein Euro-Land, mit einer Beteiligung der Sparbuchbesitzer an der Rettung maroder Banken sollte zu denken geben. Übrigens: Anlagen in Wertpapieren waren vom Schuldenschnitt der zypriotischen Banken unberührt, denn diese stellen sog. Sondervermögen dar.

Das Jahr 2013 war, zumindest auf den zweiten Blick, herausfordernd. An der Marschrichtung der breiten, weltweiten Aufstellung sowohl im Aktien- als auch Anleihebereich sollte festgehalten werden. Auch an Edelmetallen und Fremdwährungen. Für Diversifikation, trotz der Erfahrungen in 2013, gibt es keine praktikable Alternative. Der Weg ist das Ziel!

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2 Kommentare zu Geldanlage 2013 – ein Wechselbad der Gefühle

  1. Jakob sagt:

    Das zeigt doch auch wieder einmal, welche Bandbreite an Investitionsmöglichkeiten vorhanden sind und das man sich nicht speziell an eine Sache bin muss und auch nicht sollte. Das ganze Thema ist sehr komplex und oftmals bedarf es einer sehr guten Beratung.

  2. Andi Hark sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Aktien zählen sicherlich zu den rentabelsten Geldanlagen. Vor allem eine gezielte Aktienauswahl ist hierbei enorm wichtig. Nicht alle Aktien besitzen das gleiche Risiko, vielmehr gibt es risikoärmere bzw. –reichere. Je nach Investitionstyp und Vorhaben muss man hier selbst über das gewollte Risiko entscheiden. In den einzelnen Risikoklassen gibt es auch wieder gleiche Unternehmungen, welche grundsätzlich vollkommen verschieden sind. Aus diesem Grund versuchen Investoren mithilfe von gezielten Aktienkennzahlen , Unternehmungen vergleichbar zu machen bzw. deren Vorteile / Nachteile aufzuzeigen. Je nach Auslegung / Handelsstrategie wird man sein Augenmerk auf spezielle Kennzahlen richten. Beachtet man bei der Auswahl bestimmte selbst gestellte Kriterien so kann man mit Aktien nachthaltig Geld verdienen. Grundsätzlich stellen Aktien wahrscheinlich die beste und rentabelste Möglichkeit der langfristigen Geldanlage dar.

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