Warum die meisten Bürger heute, morgen und auch übermorgen in Finanzangelegenheiten den Kürzeren ziehen

Würden Sie mir zustimmen, dass Menschen von Emotionen getrieben immer wieder die gleichen Fehler machen? Und würden Sie zustimmen, dass den meisten Menschen bei wichtigen Entscheidungen das Know How bzw. die Lust, sich dieses Know How anzueignen, fehlen? Zumindest in Finanzfragen dürfte die Zustimmung recht groß sein.

Die Hirn fressende Gier und die lähmende Angst werden immer wieder dafür Sorge tragen, dass falsche Finanzentscheidungen getroffen werden. Hohe Renditeversprechen wie zuletzt im Fall der spektakulären Zusammenbrüche von Prokon und Fibus werden auch künftig arglose Bürger in ihren Bann ziehen. Die Angst wird dafür sorgen, dass wir unser Geld den „sicheren“ Banken anvertrauen und aller Behauptungen zum Trotz nie am Aktienmarkt einsteigen, wenn die Kanonen so richtig donnern. Ein Stück Objektivität wäre sicherlich nützlich, um Emotionen im Zaum zu halten, doch auch hier versagen die Meisten. Hand auf´s Herz gehören Sie zu den Gebildeten oder eher Analphabeten in Sachen Finanzen?

Eine der im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegendsten Entscheidungen im Leben ist der Immobilienerwerb. Ein recht klarer Zusammenhang wird von den meisten Käufern derzeit schlicht übersehen oder gar ignoriert. Dass tiefe Kreditzinsen die Finanzierung von Wohneigentum nicht erleichtern, sondern erschweren. Hierbei sind nicht die zu geringe Tilgung im Zeitablauf und das dicke Ende nach Ablauf der Zinsbindung gemeint, vielmehr geht es darum, dass Menschen, vom Zinsrausch benebelt, nahezu jeden Preis zu zahlen bereit sind. In Frankfurt am Main ist es heutzutage nicht selten, dass 30 Kaufwillige innerhalb einer Stunde durch das Objekt ihrer Begierde geschleust werden und am Ende derjenige der „Glücklichste“ ist, der nach genau eben dieser einen Stunde das höchste Gebot abgegeben hat.

Noch wahnwitziger mögen einem solche Szenen erscheinen, wenn die Mehrheit der Deutschen von sich behauptet, sie hätte überhaupt keine Finanzbildung. Laut einer von der ING-DiBa beauftragten Studie, dürfte es in Deutschland unter Erwachsenen 35 Millionen Finanz-Analphabeten geben. Das Ergebnis bestätigt nur Studien älteren Datums. So gaben 89% der Befragten an anderer Stelle an, dass sie Rentenfonds kennen würden. Jeder Zweite dieser 89% nahm jedoch an, Rentenfonds würden der Absicherung der gesetzlichen Rente dienen…

Solang wir beim Discounter viel Zeit aufwenden, um Schnäppchen nachzujagen und diese Zeit bei schlichten Überlegungen zu Finanzangelegenheiten fehlt und solange jemand nicht bereit ist, ein Honorar für eine gute, unabhängige Finanzberatung zu bezahlen, ja solange wird einem das Einmaleins der Geldanlage verborgen bleiben. Denn wie John D. Rockefeller bereits treffend sagte: „Es ist besser eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als einen Monat dafür zu arbeiten!“

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Ein Kommentar zu Warum die meisten Bürger heute, morgen und auch übermorgen in Finanzangelegenheiten den Kürzeren ziehen

  1. Gunter G sagt:

    Eine Basis-Finanzbildung muss schon in der Schule erfolgen. Auch Kurse à la Idiotentest können nicht schaden und sollten vom Statt gefördert werden. Dennoch fehlt selbst diplomierten BWL’ern leider oftmals der Durchblick. Die ein oder andere Stunde Zeit zum Nachdenken sollte schon drin sein.

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