Nach dem Crash ist vor dem Crash – Der Wert der Freiheit

Den meisten von Ihnen dürfte bewusst oder zumindest gefühlt bewusst sein, dass unsere heutigen Geld-/Kredit und Wirtschaftssysteme vor einem einschneidenden Wendepunkt stehen. Die vielfältigen Probleme, die im Zuge der Finanzkrise beginnend in 2007 offensichtlich wurden, sind nicht gelöst worden. Vielmehr wurde bzw. wird bei der Problemlösung zu gleichen Mitteln gegriffen, die die Krise zuvor erst haben entstehen lassen. Verschuldung mit neuen Schulden abzubauen ist wie Öl ins Feuer zu gießen, der Schulden- bzw. Feuerberg wird immer größer. Irgendwann ist selbst die beste und größte Feuerwehr machtlos.

Das Drucken von Geld, historisch rekordtiefe Zinsen sowie die Vergemeinschaftung von Schulden stellen außerordentliche Eingriffe in die freie Marktwirtschaft dar. Über kurz oder lang führt die Manipulation des Marktes zum sog. Marktversagen also dessen Zusammenbruch.  Nicht zu Unrecht sprechen so manche Börsianer darüber, dass echte Entscheidungen, ob ein Wertpapier gekauft oder verkauft werden sollte, unmöglich sind. Künstlich erzeugte Blasen sowie deren meist panikartiges Platzen, was letztlich mit einem Crash gleichgesetzt werden kann, lassen sich im weitesten Sinne ebenfalls als Marktversagen bezeichnen. Dabei ist es egal, welchen Markt es erwischt, also ob Immobilien, Aktien, Anleihen, Bankguthaben, Gold oder alle gleichzeitig hinabgezogen werden. Selbst der Arbeitsmarkt oder der Markt für Nahrungsmittel sind, meist in Konsequenz der anderen Märkte, früher oder später von einem Crash betroffen.

Doch wer trägt die Schuld? Die Vielzahl der Marktteilnehmer, die menschlich wie sie sind, von Gier und Angst zerfressen sind? Oder die wenigen Mächtigen wie Notenbanken und/oder einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, die das Weltgeschehen dominieren? Jüngst hat Alan Greenspan, seines Zeichens von 1987 bis 2006 Chef der US-Notenbank FED, erklärt, dass Notenbanken einen Crash nicht verhindern könnten. Dass die Notenbanken dabei selbst den Crash durch heftige Markteingriffe befeuern, erwähnte er dabei nicht. Oder ist doch unser System, der Kapitalismus, schuld an der Misere? Auf den ersten Blick dürften auch Sie, zumal die Kapitalismuskritik an vielen Stellen unüberhörbar ist, dies bejahen. Doch leben wir wirklich in einem Kapitalismus oder nicht vielmehr in einem immer stärker um sich greifenden Sozialismus? Schaut man sich die hohen Steuern und Sozialabgaben zur Aufrechterhaltung eines immer weiter wachsenden Wohlfahrts- und Sozialstaates an, Bankenrettungen auf Kosten der Steuer zahlenden Gemeinschaft, Enteignungen im EUR-Land Zypern zum Wohle der Gemeinschaft, eine nunmehr 25 Jahre andauernde ungeheure Zentralisierungsdynamik der EU mit planwirtschaftlichen Tendenzen und, und, und… so wird man den verbliebenen Kapitalismus bzw. die wirtschaftliche Freiheit der Bürger mit der Lupe suchen müssen. Während souveräne Staaten Freiheit und Heimatland-Identität ob bewusst oder unbewusst aufgeben, entsteht bspw. in der EU ein Machtvakuum. Es ist schlimm, von einer Minderheit unterdrückt zu werden, aber es ist noch schlimmer, von einer Mehrheit unterdrückt zu werden.

Ludwig von Mises (1881-1973; nachzulesen bspw. im Buch „Vom Wert der besseren Ideen“ – 1958 – Sechs Vorlesungen über Wirtschaft und Politik), einer der wichtigsten Mitbegründer der die Freiheit der Marktteilnehmer in den Vordergrund stellenden sog. Österreichischen Schule, sieht im (echten) Kapitalismus die Lösung vielfältiger Probleme und Fehlanreize. Aus seiner Sicht bedeutet Kapitalismus wirtschaftliche (und damit auch persönliche) Freiheit und in der Konsequenz Massenproduktion für die Bedürfnisse der Massen. Laut von Mises ist ein sozialistischer Staat ein totalitärer Staat. Es gibt nichts, was außerhalb seines Einflussbereiches liegt und nicht seiner Rechtsprechung unterliegt. Die Hauptaufgabe des Staates in einem freien marktwirtschaftlichen System dagegen ist es, den reibungslosen Ablauf der Marktwirtschaft vor Betrug oder Gewalt von innen und außen zu schützen. Von Mises spricht in diesem Zusammenhang von Interventionismus. Demnach versagt der Staat nicht nur darin, einen reibungslosen Ablauf der Wirtschaft zu garantieren, sondern er greift darüber hinaus in die verschiedenen Marktvorgänge ein. Ein Eingriff in die Bildung von Preisen, Löhnen, Zinsen und Gewinnen. Von Mises nennt Beispiele. Gerade in Zeiten, in denen Regierungen sich bei der Finanzierung ihrer Ausgaben nicht anders zu helfen wissen außer neues Geld aus dem Nichts zu erschaffen und sich Bürger daraufhin über die daraus entstanden Preissteigerungen bzw. die Inflation beschweren, greifen die Staatenlenker gerne zu staatlichen Preiskontrollen. Von Mises nennt Diocletian, einen der letzten römischen Kaiser, der die Christen verfolgte. In der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts nach Christus griff er, um Ausgaben zu finanzieren, zur Methode der Währungsabwertung. Da ihm so etwas wie eine elektronische Druckerpresse nicht zur Verfügung stand, griff er zur Verwässerung der Silbermünzen, dem damaligen Zahlungsmittel. Er mischte den Münzen immer mehr vom deutlich reichlicher vorhandenen bzw. billigeren Kupfer bei bis sich Farbe und Gewicht beträchtlich veränderte. Das Ergebnis war das, welches jeder Geldmengenausweitung über kurz oder lang folgt: Allgemeine Preissteigerungen bzw. Inflation! Die Bürger beschwerten sich, worauf der Kaiser per Edikt Preiskontrollen einführte und diese teils per Todesstrafe durchsetzte. Im Ergebnis zerbrach die gesellschaftliche Ordnung und das Römische Reich zerfiel im Zeitablauf.

Kommen Ihnen Preiskontrollen bekannt vor? Wie sieht es z.B. mit dem Mindestlohn aus? Hartz IV bzw. die Sozialhilfe, die ebenfalls eine Art Lohnuntergrenze markieren? Mietpreisbremse? Abnahmegarantie für erneuerbare Energie? Niedrigstzins der Notenbanken? Es ist eine Frage der Zeit bis einzelne Märkte oder nahezu alle Märkte gleichzeitig zusammenbrechen. Der Crash kommt, unklar ist nur der Zeitpunkt! Doch was kommt danach? Können wir so weiter machen wie bisher?

Wie auch immer die künftige Ära heißen mag, sie soll durch wirtschaftliche Freiheit gekennzeichnet sein. Die Macht geht vom Volke bzw. den Bürgern aus. Der Staat beschränkt sich auf hoheitliche Aufgaben und erhebt nur dafür vorgesehene Steuern. Subventionen und ausufernde Sozialtransfers (Hartz IV) werden deutlich zurückgefahren. Wer nicht arbeitsfähig oder –willig ist, wird stärker in die Familie integriert. Die Familie unterstützt und/oder übt Druck aus, auf dass jedes Mitglied seinen Teil zum Familieneinkommen beiträgt. Notenbanken kümmern sich um die Lenkung der Geldflüsse unter den Banken. Zinsen für Einlagen und Kredite resultieren aus Angebot und Nachfrage, bilden sich also frei am Markt. Leistet sich ein Unternehmen oder eine Bank einen gravierenden Fehler, dann gibt es keine Rettung auf Kosten der Steuerzahler. Andere, unter Umständen neue Unternehmen oder Banken nehmen den Platz ein und versuchen, es besser zu machen. Das Geld wird mit einem allgemein anerkannten Standard (Gold, Silber etc.) unterlegt.

Wenn Sie sich nun fragen, alles schön und gut, doch was kann ich heute bereits tun, um mich auf den Crash und die Zeit danach vorzubereiten? Legen Sie Ihr Geld breit gestreut an. Schwerpunkt sollten Sachwerte wie Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe sowie Immobilien sein. Kämpfen Sie für Ihre Freiheit und lassen Sie Kriege nicht zu. Sollen doch die kämpfen, die Kriege befehlen. Wie wäre denn ein Krieg, wenn keiner hingeht? Lassen Sie den Fernseher öfter mal aus und vertrauen Sie auf den gesunden Menschenverstand. Helfen Sie anderen Menschen und sie werden mehr zurückbekommen als alles Geld der Welt aufwiegen kann. Verändern Sie Ihre Einstellung und seien Sie dankbar für das, was Sie haben. Warum sollte also nach dem Crash vor dem Crash sein? Vielmehr kann der Crash eine Chance sein, eine Chance auf Freiheit und Selbstbestimmung.

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Ein Kommentar zu Nach dem Crash ist vor dem Crash – Der Wert der Freiheit

  1. Thomas Trautwein sagt:

    interessanter Beitrag – regt zum Nachdenken über den Sinn des Leben an.

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