Alan Greenspan, das Gelddrucken und das Gold

Jüngst hat die Amerikanische Notenbank FED das (vorläufige) Ende ihres Anleiheankaufprograms bzw. des Gelddruckens angekündigt. Das Zinsniveau soll voraussichtlich im Verlauf von 2015 leicht steigen… Doch kann die FED die Geister, die sie rief, wirklich wieder loswerden?

Alan Greenspan, seines Zeichens legendärer Chef der FED von 1987 bis 2006, zieht jüngst in einem Vortrag eine wenig schmeichelnde Bilanz: Demnach habe die Notenbank durch den Kauf von Staatsanleihen und besicherten Wertpapieren dazu beigetragen, dass Wertpapierkurse gestiegen und die Kreditkosten gesunken sind. Die Realwirtschaft habe jedoch kaum profitiert, vielmehr sei die effektive Nachfrage praktisch tot und die Versuche, diese anzukurbeln, seien gescheitert. Die durch die FED erzeugten spekulativen Blasen, so Greenspan weiter, seien nur unter den Bedingungen eines Wirtschafts-abschwungs zum Platzen zu bringen. Zu diesem Schritt sei er als Notenbankchef nicht bereit gewesen. Nach seiner Einschätzung werde es der FED nicht gelingen, ihre Politik des billigen Geldes aufzugeben, ohne dass es zu Turbulenzen an den Märkten käme (Quelle: www.kopp-online.com).

Harter Tobak! Plagen Alan Greenspan etwa Gewissensbisse und hat dabei die Wahrheit eine gewisse befreiende Wirkung?! Als (wohlgemeinten) Tipp führt Greenspan weiter aus, dass Gold dieser Tage angesichts seines Wertes als eine Art Währung außerhalb der Politik der Regierungen eine gute Anlagemöglichkeit für Kapital darstelle.

Welch Balsam für die in den letzten drei Jahren geplagten Fans von Gold und Silber! Das Jahr 2013 ging als das zweitschlechteste Jahr für Gold in die Geschichtsbücher ein. Und auch in den letzten Tagen schien es kein Halten (nach unten) zu geben. An dieser Stelle sei an die Funktion bzw. die Rolle der Edelmetalle Gold und Silber als Wertaufbewahrungs-mittel erinnert. Gold und Silber können im Grundsatz (mit Ausnahme der Nachfrage als Rohstoff, gerade bei Silber) nicht steigen oder fallen, sie spiegeln lediglich die Stärke oder Schwäche der Währung wider, in der sie gemessen werden. Während Gold 2014 in US-Dollar gemessen im Zuge der  avisierten Einstellung des US-Dollar-Gelddruckens ca. 3% gefallen ist, ist der Goldpreis in Euro gerechnet um rund 6% gestiegen. Denn im Gegensatz zur FED plant die Europäische Zentralbank EZB ihrerseits die Geldschleusen weit zu öffnen.

Lassen Sie sich folgende Worte, die Alan Greenspan 1966 verfasste und welche im Buch „Capitalism the Unknown Ideal“ 1967 veröffentlicht wurden, auf der Zunge zergehen:

Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Wenn es das gäbe, müßte die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es ja im Falle von Gold auch gemacht wurde. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die „versteckte“ Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte. Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die Befürworter des Wohlfahrtsstaates gegen den Goldstandard sind. 

Der vollständige Artikel kann hier nachgelesen werden.

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