Globale Liquidität auf dem Höhepunkt? Vorsicht angebracht!

Historisch liefen die Börsen Wochen und Monate vor den US-Wahlen in der Tendenz relativ gut. Und tatsächlich waren die letzten Monate von ungewöhnlich tiefer Schwankungsintensität gekennzeichnet. Der Volatilitätsindex des S&P 500 verzeichnete ein mehrjähriges Tief.

Häufig drehte diese Ruhe in der Vergangenheit nach den US-Wahlen. Es ist meines Erachtens weniger entscheidend, wer Präsident wird, sondern dass unbequeme Wahrheiten ausgesprochen und unpopuläre Maßnahmen ergriffen werden.

Unter Umständen werden wir derzeit Zeuge, wie die globale Liquidität ihren Höhepunkt erreicht bzw. toppt. Nach der Finanzkrise war diese ursächlich für die starken Anstiege von Anleihe-, Aktien-, Immobilienmärkten. Ein schrittweiser Entzug dieser Liquidität könnte eine flächendeckende Abwärtsbewegung auslösen. Die Amerikanische FED hat ihr Gelddruckprogramm beendet und wird vermutlich Ende des Jahres eine weitere Zinsanhebung vornehmen. Mario Draghi hat sich in der letzten EZB Sitzung auf die Frage, ob das Anleihekaufprogramm in der heutigen Größenordnung fortgeführt wird, zurückhaltend geäußert.

Ob die beschriebenen Faktoren in den nächsten Wochen und Monaten eine tatsächlich negative Wirkung entfalten, vermag ich nicht zu sagen, gleichwohl sollte über eine defensivere  Positionierung nachgedacht werden. Folgende Maßnahmen lassen sich im Depot ergreifen:

  • Anstiege im Aktienbereich könnten im Depot zu einem Übergewicht geführt haben. Hier wäre es ratsam, die Gewichtung in Richtung der ursprünglich hergeleiteten bzw. angedachten Strategie zurückzufahren.
  • Allgemein: Taktisches Aktienquotenuntergewicht
  • Aufnahme defensiver Aktienpositionen bzw. Austausch offensiver Aktieninvestments durch defensivere
  • Reduktion offensiver Positionen im Anleihebereich (z.B. Wandelanleihen, lang laufende Anleihen etc.)
  • Hinterfragen von Indexfonds bzw. ETFs (physische, synthetische Replizierung) bzw. deren Geeignetheit in etwaigen Abwärtsphasen.
  • Aufbau taktische Liquidität

Die beschriebenen Maßnahmen sollen das Depot für die kommenden Wochen und Monate robuster machen. Einer etwaigen Verlustbegrenzung sollte größerer Stellenwert beigemessen werden als einer etwaigen Renditemaximierung.

In einem etwaig turbulenteren Markt sind gute Nerven gefragt. Ich wünsche allen ein gutes Gelingen.

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