Stehen Gold und Silber vor einer Halbierung? Na und!

Absolut nichts scheint derzeit auf solch ein Szenario hinzudeuten. Der Realzins, Zins abzüglich Inflation, ist weiterhin negativ, das Argument für die zinslosen Edelmetalle Gold und Silber. Der US-Dollar neigt derzeit zur Schwäche, historisch eine günstige Konstellation für Gold & co. Auch geopolitische Unwägbarkeiten wie Trumps Politik, kriegerische Auseinandersetzungen (Syrien etc.) und Säbelrasseln (Nordkorea) sprechen für die Krisenwährung Gold und dessen kleinen Bruder Silber. Ganz nebenbei, so scheint es, kämpft wieder Griechenland gegen die Pleite an, Banken in Italien und Spanien müssen gerettet werden. Rückenwind kommt auch von Seiten der Presse: Die Goldpreise dürften steigen, sei doch die Nachfrage aus China rekordhoch und in Indien stehe die Hochzeitssaison vor der Tür…

Erlauben Sie ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Aktien-/Anleihe-/Immobilien- sowie Rohstoffmärkte brechen ein. Panik bricht aus, lange Schlangen vor Banken bilden sich. Gold- und Silberpreise gehen durch die Decke, bieten den womöglich einzigen sicheren Hafen bzw. die einzig sichere Option, einen Ausweg. Kann das politisch gewollt sein? Nein! Die wohl plausibelste Begründung für einen unmöglich scheinenden Preisverfall bei Gold und Silber dürfte diesen Kern tragen. Denn wenn im Vorfeld eines allgemeinen Crashs die letzte Bastion der Sicherheit oder dessen Illusion zerstört sind, würde man sich am ehesten seinem „Schicksal“ ergeben und das Kommende getreu dem Motto erdulden „Ich kann eh nichts machen und bin nicht allein, meinen Nachbarn hat`s auch erwischt“.

Wie ein massiver Preiseinbruch in Richtung unter 1.000 US-Dollar pro Unze (31,1 Gramm) oder gar 600-700 US-Dollar (derzeit rund 1.300 US-Dollar) herbeigerufen wird, lässt sich schwer sagen. Indien, das 2016 strenge Goldgesetze erlassen hatte, könnte Gold unvermittelt auf den Markt werfen. Auch unzähliges „Papiergold“, welches den physischen Bestand um ein Vielfaches übersteigt, könnte „dienlich“ sein und durch schnelle Abverkäufe zur Panik unter Marktteilnehmern führen.

Was tun? Vom Grundsatz einfach erstmal nichts. Sollten Sie physische Bestände an Gold und Silber haben, verkaufen Sie diese bitte nicht. Versicherung bleibt Versicherung. Papiergold, Papiersilber sowie Gold- und Silberminen sollten veräußert werden. Bei Käufen sollte derzeit Zurückhaltung geübt werden. Sollten Sie noch keine Edelmetalle haben, so könnte im Sinne der „ersten Sicherheit“ eine erste Tranche (von vielen) gesetzt werden. Wichtig: Sollte sich der Goldpreis tatsächlich unter 1.000 US-Dollar pro Unze oder gar in Richtung 600-700 US-Dollar bewegen, dann ist es an der Zeit, antizyklisch wieder zuzugreifen. Aus heutiger Sicht einleuchtend und richtig, dann jedoch emotional ein mehr als herausforderndes Unterfangen. Eine Halbierung des Gold- und Silberpreises könnte die letzten Goldbullen zu Bären mutieren lassen. Die Presse würde sich mit Meldungen wie „Nächste Halbierung voraus!?“, „Gold bald bei 300 US-Dollar?“ überschlagen. Genau dann heißt es: Mutig sein und Kaufen bzw. Aufstocken!

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